Bücher zur Rezension

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Intentionalität und Bewusstsein in der frühen Neuzeit. Die Philosophie des Geistes von René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz

Christian Barth

2017 | Vittorio Klostermann | Webseite
ISBN: 978-3-465-03950-1
Seiten: 470

Wie ist es zu erklären, dass wir uns vermittels geistiger Akte auf Gegenstände beziehen können? Und wodurch sind uns geistige Akte bewusst? René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz geben faszinierende Antworten auf diese beiden zentralen Fragen der Philosophie des Geistes. In dieser Studie werden die Konzeptionen beider Autoren im Detail analysiert, miteinander verglichen und mit heutigen Positionen in Beziehung gesetzt.
 
 

Gefühle und Gedanken. Entwurf einer adverbialen Emotionstheorie

Anja Berninger

2017 | Mentis | Webseite
ISBN: 978-3-95743-823-2

Was sind Emotionen? Welche Funktion erfüllen sie? In welchem Verhältnis stehen sie zu mentalen Zuständen wie Urteilen? Als Antwort auf diese Fragen entwickelt Anja Berninger in ihrem Buch eine »adverbiale Emotionstheorie «, in deren Rahmen Emotionen als Arten und Weisen des Denkens verstanden werden.
 
 

Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Barbara Bleisch

2018 | Hanser | Webseite
ISBN: 978-3-446-25831-0
Seiten: 208

Wie oft soll ein erwachsener Sohn seine Mutter besuchen? Muss sich eine Tochter finanziell an der Pflege ihres Vaters beteiligen? Sind Kinder ihren Eltern überhaupt etwas schuldig?
 
 

Internationale Freizügigkeit als Menschenrecht

Jan Brezger

2018 | Campus | Webseite
ISBN: 978-3-593-50934-1
Seiten: 286

Haben Staaten das Recht, Menschen die Einreise und die Ansiedlung auf dem eigenen Staatsgebiet zu verbieten?
 
 

Antike Grundlagen der Entstehung moderner Menschenrechte

Oliver Bruns

2018 | Karl Alber | Webseite
ISBN: 978-3-495-48966-6
Seiten: 456

Die modernen, Ende des 18. Jahrhunderts verkündeten Menschenrechte haben ein spezifisches Menschenbild zur Voraussetzung, das sich in einem Prozess der Subjektivierung, der in der griechischen Antike beginnt, herausgebildet hat.
 
 

Moralische Intuition

Astrid Burgbacher

2018 | Mentis | Webseite
ISBN: 978-3-95743-123-3
Seiten: 142

Im Alltag wie in ethischen Fachdiskussionen verweisen wir häufig auf moralische Intuitionen. Doch welche Art mentaler Zustand sind moralische Intuitionen eigentlich? Wie „generieren“ sie moralische Wertungen?
 
 

Korporation und Sittlichkeit. Zur Aktualität von Hegels Theorie der bürgerlichen Gesellschaft

Sven Ellmers, Steffen Herrmann (Hg.)

2017 | Wilhelm Fink | Webseite
ISBN: 978-3-8467-6099-4
Seiten: 348

Hegel war einer der ersten Theoretiker, der die soziale Bedeutung der zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstehenden Marktgesellschaft reflektierte. Er betont dabei die Gefahren dieser Vergesellschaftungsform, aber auch deren emanzipative Potenziale. Letztere entfalten sich für ihn mit Hilfe der Institution der Korporation. In korporativen Vereinigungen verwandelt sich das zweckorientierte Gegeneinander der Marktakteure in wechselseitige Solidarität. Hegel nennt die Korporation daher auch die eigentliche ‚sittliche Wurzel‘ der bürgerlichen Gesellschaft. Im vorliegenden Band wird Hegels Korporationslehre rekonstruiert und auf ihre Aktualität hin befragt. Dafür werden Anschlüsse aus der Wirtschaftsphilosophie, der Sozialphilosophie sowie der politischen Philosophie diskutiert.
 
 

Das Leben. Eine kritische Gebrauchsanweisung

Didier Fassin

2017 | Suhrkamp | Webseite
ISBN: 978-3-518-58710-2
Seiten: 191

Das Leben gilt, in Adornos Worten, seit der Antike als der eigentliche Bereich der Philosophie, die nach dem richtigen und guten Leben fragt. Seit etwas mehr als einem Jahrhundert ist das Leben aber auch zu einem Gegenstand der Sozialwissenschaften geworden. Der renommierte französische Mediziner, Anthropologe und Soziologe Didier Fassin regt in seinem faszinierenden Buch nun zu einem kritischen Dialog zwischen Philosophie und Sozialforschung an.
 
 

Praxis und Gründe. Zu den normativen Grundlagen praktischer Rationalität

Florian Franken Figueiredo

2017 | Transkript | Webseite
ISBN: 978-3-95743-814-0
Seiten: 320

Praktische Gründe dienen uns Menschen dazu, unser Handeln verständlich zu machen. Philosophen sind fasziniert vom Wesen praktischer Gründe. Auf was für einen Gegenstand beziehen wir uns, wenn wir unser Handeln erklären? Sind praktische Gründe als psychologische Zustände der handelnden Person aufzufassen, etwa als deren Wünsche oder Überzeugungen? Oder sind sie identisch mit den sich in der Welt befindenden Tatsachen, also unabhängig vom Geist der Akteure? Verursachen Gründe unser Handeln?
 
 

Das intensive Leben

Tristan Garcia

2017 | Suhrkamp | Webseite
ISBN: 978-3-518-58700-3
Seiten: 215

Im 18. Jahrhundert fasziniert ein neues Fluidum die Welt: die Elektrizität. Mit ihr wird die Intensität zu einem Ideal für den Menschen und zu einem Begriff der Philosophie. Von der Macht Nietzsches bis zum Vitalismus Deleuze', von der nervösen Erregung der Libertins bis zum Adrenalinkick der Begierde, der Leistung und der Extremsportarten: Die Intensität organisiert seither unsere Welt. Sie ist der höchste Wert des modernen Lebens, wie der junge französische Philosoph Tristan Garcia in seinem mitreißenden Essay zeigt.
 
 

Skeptische Bildung. Prüfungsprozesse als philosophisches Problem

Andreas Gelhard

2018 | Diaphanes | Webseite
ISBN: 978-3-0358-0073-9
Seiten: 416

Bildungsprozesse werden zunehmend als ein Gegenstand staatlicher Steuerung behandelt. Deutlichstes Anzeichen dieser Entwicklung ist die Vervielfältigung von Evaluations- und Prüfungstechniken, durch die Individuen und Institutionen einer beständigen Kontrolle unterzogen werden. Will man gegen diese Steuerungsmaßnahmen an der emanzipatorischen Kraft des Bildungsbegriffs festhalten, so liegt es nahe, die Freiheit jenseits aller Prüfungsprozesse zu suchen. Diese klare Trennung von Bildungs- und Prüfungsprozessen führt aber in eine argumentative Sackgasse. Im Ausgang von den klassischen Aufklärungsphilosophien Kants und Hegels lässt sich zeigen, dass Momente der Prüfung und Selbstprüfung schon die alltägliche Erfahrung prägen. Als informelle Prozesse der Bewährung bilden sie einen wichtigen Angriffspunkt für Techniken der Verhaltenslenkung, müssen aber zugleich als privilegierter Stützpunkt des Widerstands gegen solche Techniken begriffen werden.
 
 

Hörigkeit als Selbstboykott. Eine philosophische Studie zu Autorität, Selbstkonstitution und Autonomie

Svantje Guinebert

2018 | Mentis | Webseite
ISBN: 978-3-95743-126-4
Seiten: 350

Warum und in welchem Sinne sollen wir „selbst denken“? In dieser philosophischen Studie wird anhand von Überlegungen zu Autorität, Autonomie und der Selbstkonstitution von Personen gezeigt: Wir haben uns selbst gegenüber die Pflicht, uns letztinstanzliche Autorität zuzuschreiben. Unser menschliches Selbstverständnis ist geprägt von dem Anspruch, selbst zu denken und zu entscheiden. Dem steht ein menschlicher Hang zu Autoritätshörigkeit und Verantwortungsabgabe gegenüber. Doch Hörigkeit, so lässt sich anhand von Überlegungen zur Selbstorganisation von Personen zeigen, ist Selbstboykott: Wer sich nicht selbst als letztinstanzliche Autorität begreift, nimmt sich die Möglichkeit des Lernens und damit der Selbstbildung zu einer Person mit einem eigenen, funktionalen Wertesystem. Wir müssen in einem bestimmten Verhältnis zu uns selbst und zu unseren Einstellungen stehen, um an sozialen Verbindlichkeiten Anteil nehmen und Adressaten von Pflichten und Normen sein zu können.
 
 

What is Rape? Social Theory and Conceptual Analysis

Hilkje Charlotte Hänel

2018 | Transkript | Webseite
ISBN: 978-3-8376-4434-0
Seiten: 282

What exactly is rape? And how is it embedded in society? Hilkje Charlotte Hänel offers a philosophical exploration of the often misrepresented concept of rape in everyday life, systematically mapping out and elucidating this atrocious phenomenon. Hänel proposes a theory of rape as a social practice facilitated by ubiquitous sexist ideologies. Arguing for a normative cluster model for the concept of rape, this timely intervention improves our understanding of lived experiences of sexual violence and social relations within sexist ideologies.
 
 

Der politische Leib. Drei Essays

Felix Heidenreich

2019 | Wilhelm Fink | Webseite
ISBN: 978-3-7705-6114-8
Seiten: ca. 100

Die Frage nach der Identität und Souveränität politischer Gemeinwesen wird erneut auf drängende Weise gestellt – und oft mit populistischen oder identitären Vorstellungen beantwortet. Aus dem, was »wir sind«, soll angeblich ableitbar sein, was zu tun sei. Die eigentlich politische Frage – wie wollen wir leben? – wird so systematisch verdeckt. Was aber, wenn man umgekehrt davon ausgeht, dass wir erst durch unsere Entscheidungen bestimmen, was wir sind? In diesem Sinne können auch Demokraten emphatisch »Wir« sagen, auch wenn die Grenzen dieses »Wir« immer verhandelbar bleiben.
 
 

Das Problem moralischen Wissens. Ethischer Relationalismus in Anschluss an Hegel

Florian Heusinger von Waldegge

2017 | Transkript | Webseite
ISBN: 978-3-8376-4003-8
Seiten: 334

Gibt es objektive Werte oder Wertüberzeugungen? Worin manifestieren sie sich? In diesen Fragen besteht das Problem moralischen Wissens. Die etablierten metaethischen Theorien beanspruchen zwar plausible Antworten geben zu können, halten dabei jedoch an zwei problematischen Voraussetzungen fest: Ihnen liegt explizit oder implizit ein propositionaler Wissensbegriff und eine Dichotomie von Fakten und Werten zugrunde. In Anschluss an die Philosophie Hegels entwickelt Florian Heusinger von Waldegge ein alternatives Theorieangebot, das die Dogmen der Moralphilosophie hinter sich lässt, ohne eine relativistische oder nonkognitivistische Rückzugsposition einnehmen zu müssen.
 
 

Duplex. Strukturen der Intelligibilität

Wolfram Hogrebe

2018 | Vittorio Klostermann | Webseite
ISBN: 978-3-465-04343-0
Seiten: 112

Nicht von ungefähr spielt in der Architektur der Philosophie die Differenz eine besondere Rolle. Das Denken beginnt nie in bloßer Einheit, sondern in einem zweiwertigen Verhältnis (Duplex). Man könnte auch sagen, dass es sich immer schon zu seinen Sachen verhält. In dieser Zweiheit findet auch seine Begriffsfindung statt. Ihr geht der Verfasser bei wichtigen Autoren des 20. Jahrhunderts wie Carl Schmitt und Martin Heidegger nach. Er stellt fest, dass sich im Raum des Duplex die Begriffe eher ästhetischen als wissenschaftlichen Entscheidungen verdanken. Hier auch bildet sich die Offenheit einer anarchischen Sensibilität, die er bei einem Autor wie Gustav Landauer deutlich werden lässt. Indem Wolfram Hogrebe die Bewegung der Differenz von Platon bis hin zur Systemtheorie verfolgt, bietet er eine Summe der Philosophie bis heute.
 
 

Selbstbewusstes Leben. Texte zu einer transformativen Theorie der menschlichen Subjektivität

Andrea Kern, Christian Kietzmann (Hg.)

2017 | Suhrkamp | Webseite
ISBN: 978-3-518-29797-1
Seiten: 429

Eine lange philosophische Tradition, die ihren Höhepunkt in der Philosophie des Deutschen Idealismus findet, vertritt die These, dass der Mensch sich grundlegend von den übrigen Tieren unterscheidet. Diese Position ist jedoch spätestens seit Darwin in die Defensive geraten, was vor allem daran liegt, dass ihre Anhänger oft genug nicht klar sagen können, worin die tiefe Differenz zwischen Mensch und Tier bestehen soll. Die in diesem Band versammelten Texte eint das Ziel, diese Differenz dagegen als eine Artikulation des Selbstbewusstseins derjenigen zu formulieren, deren Leben durch genau dieses Selbstbewusstsein einzigartig wird. Mit Beiträgen von u. a. James Conant, Andrea Kern, John McDowell, Terry Pinkard, Sebastian Rödl und Michael Thompson.
 
 

Spinozismus als Modell. Deleuze und Spinoza

Thomas Kisser, Katrin Wille (Hg.)

2019 | Wilhelm Fink | Webseite
ISBN: 978-3-7705-6431-6
Seiten: 314

Spinozas Philosophie barg zu seiner Zeit erhebliches Konfliktpotential. Dies liegt sicher an den Umständen seiner Zeit, an den politischen und religiösen Restriktionen, wie an den philosophischen Konjunkturen. Doch liegt hier ein Kritikpotential, das uns auch heute noch berührt?
 
 

Vom Geist der Sache. Zur Kritik der Verdinglichung

Dirk Quadflieg

2019 | Campus | Webseite
ISBN: 978-3-593-50665-4
Seiten: 403

Verdinglichung gilt als Schlüsselbegriff der kritischen Gesellschaftstheorie. Jüngere Arbeiten über die soziale Bedeutung der Dinge haben jedoch Zweifel aufkommen lassen, ob jeder Vorgang der Verdinglichung tatsächlich eine Entfremdung darstellt. Diese Studie nimmt die Verdinglichungskritik auf und zeigt im Anschluss an G. W. F. Hegel und Marcel Mauss, dass eine durch Dinge vermittelte Praxis sowohl den Grund des Sozialen als auch der individuellen Freiheit bildet.